Urothelkarzinom der Harnblase oder des oberen Harntraktes

Immuntherapie Studie mit Pembrolizumab
MK-3475-361-00

Die immunmodulatorische Substanz, der PD-1-Inhibitor Pembrolizumab, setzt auf Immunmodulation von T-Zellen als neues Therapieprinzip. Tumorzellen können die Immunabwehr verhindern und inaktivieren, indem sie bestimmte Botenstoffe zur Hemmung des Immunsystems produzieren. Einer davon ist der PD-Ligand (PD-L1). Dieser wird von der Tumorzelle exprimiert und bindet an den PD1-Rezeptor (Programmed cell death protein 1) von T-Zellen. Dadurch wird die Funktion dieser T-Zellen herunterreguliert und damit die Krebsbekämpfung behindert. Pembrolizumab als Antikörper bindet gezielt an den PD-1-Rezeptor der T-Zelle. Die Tumorzelle kann nun mit ihrem Liganden PD-L1 nicht mehr an den geblockten PD-1-Rezeptor der T-Zelle andocken, so dass keine Hemmung der T-Zelle durch die Tumorzelle mehr möglich ist. Die T-Zellen können nun ihre Immunreaktion auf die Tumorzellen ausüben und somit die Krebszelle besiegen. Das Immunsystem wird letztlich wieder gegen die Tumorzellen aktiviert.

Abbildung1

Schematische Darstellung der immunmodulatorischen Oberflächenrezeptoren sowie derzeit untersuchten Inhibitoren. (PD1 - Programmed cell death protein 1; PD-L1/2 - PD1-Ligand 1/2; CTLA-4 - cytotoxic T-lymphocyte-associated Protein 4). In dieser Studie wird der PD1-Rezeptor an der T-Zelle durch den Antikörper Pembrolizumab gehemmt.


Es werden insgesamt 990 Patienten mit einem metastasierten bzw. lokal fortgeschrittenen Urothelkarzinom weltweit eingeschlossen. Es sind keine systemischen Vortherapien erlaubt.  Es erfolgt eine 1:1:1 Randomisierung mit dem Immuntherapeutikum Pembrolizumab oder der Kombinationstherapie aus dem Immuntherapeutikum Pembrolizumab und der Chemotherapie mit den Substanzen Gemcitabine und Cisplatin (Carboplatin bei schwerer Einschränkung der Nierenfunktion) und der klassischen Chemotherapie mit den Substanzen Gemcitabine und Cisplatin bzw. Carboplatin.

Arm A: Bei der klassischen Chemotherapie beträgt die maximale Behandlungsdauer sechs Zyklen. Die Chemotherapiesubstanz Gemcitabine wird mit 1000 mg/m2 und die Chemotherapiesubstanz Cisplatin mit 70 mg/m2 intravenös stationär alle drei Wochen gegeben. Zu Tag 8 erfolgt jeweils alle drei Wochen ambulant die Gabe von Gemcitabine mit 1000 mg/m2. Bei schwerer Nierenfunktionseinschränkung wird die Chemotherapiesubstanz Cisplatin durch Carboplatin AUC5 ersetzt und intravenös stationär alle drei Wochen gegeben.

Arm B: Pembrolizumab als Monotherapie wird intravenös mit 200 mg  alle drei Wochen ambulant verabreicht. Die maximale Behandlungsdauer beträgt 35 Gaben.

Arm C: Die Kombinationstherapie aus Pembrolizumab und der Chemotherapie mit den Substanzen Gemcitabine und Cisplatin bzw. Carboplatin wird intravenös alle drei Wochen verabreicht. Die maximale Behandlungsdauer beträgt sechs Zyklen der Kombinationstherapie aus Pembrolizumab und Chemotherapie gefolgt von 29 Gaben Pembrolizumab als Monotherapie alle drei Wochen. Pembrolizumab wird mit 200 mg intravenös alle drei Wochen gegeben. Die Chemotherapiesubstanz Gemcitabine wird mit 1000 mg/m2 und die Substanz Cisplatin mit 70 mg/m2 intravenös stationär alle drei Wochen gegeben. Zu Tag 8 erfolgt jeweils alle drei Wochen ambulant die Gabe von Gemcitabine mit 1000 mg/m2. Bei schwerer Nierenfunktionseinschränkung wird die Chemotherapiesubstanz Cisplatin durch Carboplatin AUC5 ersetzt und intravenös stationär alle drei Wochen gegeben.

Das primäre Studienziel in dieser Studie ist das progressionsfreie Überleben und das Gesamtüberleben.

Studiendesign:

zurück zur Übersicht Urothelkarzinom