Lokal fortgeschrittenes bzw. metastasiertes Harnblasenkarzinom, Harnleiter- oder Nierenbeckenkarzinom

Immuntherapie Studie mit Atezolizumab
MO29983 (SAUL)

Die immunmodulatorische Substanz, der PD-L1 Inhibitor Atezolizumab, setzt auf Immunmodulation von T-Zellen als neues Therapieprinzip. Tumorzellen können die Immunabwehr verhindern, indem sie bestimmte Botenstoffe zur Hemmung des Immunsystems produzieren. Einer davon ist der PD-Ligand (PD-L1). Dieser wird von der Tumorzelle exprimiert und bindet an den PD1-Rezeptor (Programmed cell death protein 1) von T-Zellen. Dadurch wird die Funktion dieser T-Zellen herunterreguliert und damit die Krebsbekämpfung behindert. Atezolizumab als Antikörper bindet gezielt an den PD-L1 Rezeptor der Tumorzelle. Die Tumorzelle kann nun mit ihrem geblockten Liganden PD-L1 nicht mehr an die T-Zelle andocken, so dass keine Hemmung der T-Zelle durch die Tumorzelle mehr möglich ist. Die T-Zellen können nun ihre Immunreaktion auf die Tumorzellen ausüben und somit die Krebszelle besiegen.Das Immunsystem wird letztlich wieder gegen die Tumorzellen aktiviert.

Abbildung1

Schematische Darstellung der immunmodulatorischen Oberflächenrezeptoren sowie derzeit untersuchten Inhibitoren. (PD1 - Programmed cell death protein 1; PD-L1/2 - PD1-Ligand 1/2; CTLA-4 - cytotoxic T-lymphocyte-associated Protein 4). In dieser Studie wird der PD-L1-Rezeptor an der Tumorzelle durch den Antikörper Atezolizumab gehemmt.


Es werden insgesamt 1000 Patienten mit einem metastasierten bzw. lokal fortgeschrittenen Urothelkarzinom bzw. nicht-urothelialem Karzinom des gesamten Harntraktes weltweit eingeschlossen. Die Patienten müssen zuvor mit einer systemischen Kombinations-Chemotherapie vorbehandelt sein. Es werden ausschließlich Patienten in der Zweitlinie nach Versagen nur einer Chemotherapie aufgenommen. Patienten mit bereits mehreren Chemotherapie-Regimen können in dieser Studie nicht teilnehmen. 

Alle eingeschlossenen Patienten werden mit dem Immuntherapeutikum Atezolizumab behandelt. Atezolizumab wird intravenös mit 1200 mg ambulant alle 3 Wochen verabreicht. Die Behandlung mit Atezolizumab wird bis zum Progress der Erkrankung oder bis zum Abbruch der Therapie auf Grund des Auftretens schwerer Nebenwirkungen fortgesetzt. Der primäre Endpunkt ist die Sicherheit von Atezolizumab. Es sollen der Art, Schwere, Dauer und Häufigkeit unerwünschter Arzneimittelwirkungen untersucht werden. Sekundäre Studienziele sind das Gesamtüberleben und das progressionsfreie Überleben sowie die Ansprechrate des Tumors. 

Studiendesign:

 

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