Aktuelles

PSMA-radioguided surgery

Fusionsbiopsie der Prostata

PSMA-PET basierte Hybridbildgebung beim Prostatakarzinom

Alpharadin (Xofigo®)

 

PSMA-radioguided surgery

Durch die in der Nuklearmedizinischen Klinik und Poliklinik seit 2012 etablierten PSMA-PET-Hybridbildgebung beim Prostatakarzinomrezidiv konnte im Frühjahr 2014 in unserer urologischen Klinik das neuartige OP-Verfahren „PSMA-radioguided surgery“ beim Prostatakarzinom entwickelt und etabliert werden (in Zusammenarbeit mit der Nuklearmedizinischen Klinik und Poliklinik, dem Lehrstuhl für Radiopharmazie und der Abteilung für Computer Aided Medical Procedures des Lehrstuhls für Informatik). Hierbei können nach präoperativer radioaktiver Markierung mittels PSMA-Liganden Lymphknotenmetastasen des Prostatakarzinoms intraoperativ mittels Gammasonde durch visuelles 3D-Tracking sowie akustisches Feedback exakt lokalisiert und entfernt werden. Dieses Verfahren stellt gerade bei sehr kleinen, sonst nur schwer auffindbaren Lymphknoten eine wesentliche Erleichterung und Verbesserung dar.

Erste vielversprechende Ergebnisse konnten im Frühjahr 2015 bereits auf dem europäischen Urologenkongress (EAU) in Madrid sowie auf dem amerikanischen Urologenkongress (AUA) in New Orleans vorgestellt werden und erhielten jeweils einen „Best Poster Award“. Fast zeitgleich konnten wir unsere ersten Ergebnisse in European Urology veröffentlichen.
Für weitere Informationen zur PSMA-radioguided surgery steht Ihnen OA PD Dr. Tobias Maurer (tobias.maurer@tum.de; Tel.: 089-4140-7930) gerne zur Verfügung.


Beschreibung: IMG_6891-mittel.jpg

Fettgewebsresektate und Gammasonde mit Kugelmarkierung zur genauen räumlichen Lokalisation positiver Lymphknoten. Selbst kleine Lymphknoten mit Prostatakarzinominfiltraten von nur wenigen Millimetern können so exakt lokalisiert und entfernt werden.


Fettgewebsresektat mit kleinem, nur mittels Gammasondenmessung auffälligem Lymphknoten


PSMA-Immunhistochemie mit Nachweis von Prostatakarzinominfiltraten von wenigen Millimetern (braun) in dem  insgesamt ca. 8mm großen Lymphknoten

Video:

Klicken Sie hier, um das Video anzusehen (20 MB).

Berichterstattung des Bayerischen Rundfunks vom 02.11.2015:

> Videobeitrag online ansehen (14,7 MB)


Veröffentlichungen:

Prostate-specific membrane antigen-radioguided surgery for metastatic lymph nodes in prostate cancer.
Maurer T, Weirich G, Schottelius M, Weineisen M, Frisch B, Okur A, Kübler H, Thalgott M, Navab N, Schwaiger M, Wester HJ, Gschwend JE, Eiber M.
Eur Urol. 2015 Sep;68(3):530-4. doi: 10.1016/j.eururo.2015.04.034. Epub 2015 May 6.

[(111)In]PSMA-I&T: expanding the spectrum of PSMA-I&T applications towards SPECT and radioguided surgery.
Schottelius M, Wirtz M, Eiber M, Maurer T, Wester HJ.
EJNMMI Res. 2015 Dec;5(1):68. doi: 10.1186/s13550-015-0147-6. Epub 2015 Nov 25.

 

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Fusionsbiopsie der Prostata

In enger Zusammenarbeit mit der Abteilung für Computer Aided Medical Procedures (Lehrstuhl für Informatik) wurde 2013 eine neuartige Form der Fusionsbiopsie der Prostata etabliert, die seit Frühjahr 2014 Patienten in der Routine angeboten werden kann. Mit Hilfe dieses Verfahrens können extern oder in unserem Klinikum angefertigte MRT-Aufnahmen bzw. 68Ga-PSMA-PET/MRT-Untersuchungen mit dem Bild der transrektalen Ultraschallsonde fusioniert werden und somit verdächtige Areale der Prostata zielgerichtet biopsiert werden. Der Vorteil des entwickelten Fusionssystems besteht darin, dass durch optisches Tracking der Ultraschallsonde eine potentiell genauere Fusion im Vergleich zur sonst üblichen elektromagnetischen Fusion ermöglicht wird. Im Gegensatz zu mechanisch gekoppelten Ultraschallsonden besteht zudem eine freie Beweglichkeit der Ultraschallsonde, so dass die Fusionsbiopsie unkompliziert und für den Patienten nur wenig belastend durchgeführt werden kann. Auch hierfür wurden wiederum erste Ergebnisse auf verschiedenen internationalen Kongressen vorgestellt und ausgezeichnet.

Patienten, bei denen zur Abklärung der Prostata eine MRT-Bildgebung durchgeführt wurde und ein verdächtiges Areal zeigt oder die nach mehrfach negativer Biopsie eine Beratung bezüglich einer weiteren Prostataabklärung wünschen, können gerne bei uns einen Beratungstermin vereinbaren (Tel.: 089-4140-7930; Ansprechpartner: E. Storz; OA PD Dr. T. Maurer).

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Beschreibung: C:\Dokumente und Einstellungen\At54oMnR1\Desktop\CAMP - Fusionsbiopsie System\P1120018.JPG

Links: Ultraschallkopf mit vier Reflektorkugeln zum optischen Tracking.
Rechts: Aufbau für Fusionsbiopsie: Patientenstuhl, Ultraschallgerät, Kamerasystem (unten links) und Referenz (roter Kreis) für optisches Tracking während der Fusionsbiopsie

Veröffentlichungen:

Simultaneous 68Ga-PSMA HBED-CC PET/MRI Improves the Localization of Primary Prostate Cancer.
Eiber M, Weirich G, Holzapfel K, Souvatzoglou M, Haller B, Rauscher I, Beer AJ, Wester HJ, Gschwend J, Schwaiger M, Maurer T.
Eur Urol. 2016 Jan 18. pii: S0302-2838(16)00011-7. doi: 10.1016/j.eururo.2015.12.053. [Epub ahead of print]

Multimodal image-guided prostate fusion biopsy based on automatic deformable registration.
Zettinig O, Shah A, Hennersperger C, Eiber M, Kroll C, Kübler H, Maurer T, Milletarì F, Rackerseder J, Schulte Zu Berge C, Storz E, Frisch B, Navab N.
Int J Comput Assist Radiol Surg. 2015 Dec;10(12):1997-2007. doi: 10.1007/s11548-015-1233-y. Epub 2015 Jun 9.

(68)Ga-PSMA PET/MR with multimodality image analysis for primary prostate cancer.
Eiber M, Nekolla SG, Maurer T, Weirich G, Wester HJ, Schwaiger M.
Abdom Imaging. 2015 Aug;40(6):1769-71. doi: 10.1007/s00261-014-0301-z.

PSMA-PET basierte Hybridbildgebung beim Prostatakarzinom

Seit Ende 2012 wird durch die Nuklearmedizinische Klinik und Poliklinik in enger Zusammenarbeit mit unserer Klinik ein neuartiges bildgebendes Verfahren zur Detektion des Prostatakarzinoms angeboten. Es handelt sich hierbei um eine Kombinationsbildgebung aus PET und CT bzw. MRT unter Anwendung eines neu entwickelten PET-Tracers, der das prostataspezifische Membranantigen (PSMA) detektiert, das deutlich vermehrt und weitgehend spezifisch auf Prostatakarzinomzellen exprimiert wird. Nach ersten Erfahrungen kann durch diese Bildgebung ein wesentlich zuverlässigeres Staging des Prostatakarzinoms erreicht werden als mit den bisherigen Standarduntersuchungen (Knochenszintigraphie und CT bzw. MRT). Insbesondere das prätherapeutische Staging beim Prostatakarzinom vom hohen und intermediären Risikoprofil kann so genauer und im Rahmen nur einer Untersuchung vollständig erfolgen. Auch beim biochemischen Rezidiv können nach ersten Erfahrungen im Gegensatz zur bisherigen Cholin- oder FDG-basierten PET selbst bei niedrigen PSA-Werten <1 ng/ml Tumormanifestationen deutlich sicherer detektiert werden, was ggf. sogar neue therapeutische Möglichkeiten eröffnen kann (z.B. PSMA-radioguided surgery). Für weitere Informationen steht Ihnen OA PD Dr. Tobias Maurer gerne zur Verfügung (tobias.maurer@tum.de; Tel.: 089-4140-7930).

Veröffentlichungen:

Current use of PSMA–PET in prostate cancer management​.
T. Maurer, M. Eiber, M. Schwaiger, J.E. Gschwend.
Nat Rev Urol. 2016 Apr;13(4):226-35. doi: 10.1038/nrurol.2016.26. Epub 2016 Feb 23.

Diagnostic Efficacy of 68Gallium-PSMA-PET compared to Conventional Imaging in Lymph Node Staging of of 130 consecutive Patients with Intermediate to High-Risk Prostate Cancer.
Maurer T, Gschwend JE, Rauscher I, Souvatzoglou M, Haller B, Weirich G, Wester HJ, Heck M, Kübler H, Beer AJ, Schwaiger M, Eiber M.
J Urol. 2015 Dec 9. pii: S0022-5347(15)05397-5. doi: 10.1016/j.juro.2015.12.025. [Epub ahead of print]

Evaluation of Hybrid 68Ga-PSMA Ligand PET/CT in 248 Patients with Biochemical Recurrence After Radical Prostatectomy.
Eiber M, Maurer T, Souvatzoglou M, Beer AJ, Ruffani A, Haller B, Graner FP, Kübler H, Haberhorn U, Eisenhut M, Wester HJ, Gschwend JE, Schwaiger M.
J Nucl Med. 2015 May;56(5):668-74. doi: 10.2967/jnumed.115.154153. Epub 2015 Mar 19.

Positron emission tomography/magnetic resonance imaging with 68Gallium-labeled ligand of prostate-specific membrane antigen: promising novel option in prostate cancer imaging?
Maurer T, Beer AJ, Wester HJ, Kübler H, Schwaiger M, Eiber M.
Int J Urol. 2014 Dec;21(12):1286-8. doi: 10.1111/iju.12577. Epub 2014 Jul 21. No abstract available.

[Positron-emission tomography in urooncology].
übler H, Gschwend JE, Eiber M.
Urologe A. 2015 Jul;54(7):983-91. doi: 10.1007/s00120-015-3868-2. German. Erratum in: Urologe A. 2015 Sep;54(9):1293.


PSMA-PET/MRT Fusionsbild bei histologisch gesichertem Karzinom in der Prostata sowie bei Prostatakarzinom mit Lymphknotenmetastasen

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Alpharadintherapie (Xofigo®) für ossär metastasierte Prostatakarzinom-Patienten am Klinikum rechts der Isar verfügbar

Im November 2013 wurde Alpharadin (Xofigo®, Radium 223 Dichlorid) von der Europäischen Kommission zur Behandlung von Prostatakarzinom-Patienten mit sympto-matischen Knochenmetastasen ohne bekannte viszerale Metastasen zugelassen. Alpharadin verhält sich wie Kalzium und wird bevorzugt in die Knochen eingebaut. Bei dem Zerfall des Isotops wird eine hochenergetische Alphastrahlung mit geringer Reichweite ausgesendet, die benachbarte Tumorzellen zerstört. In einer internationalen Zulassungsstudie (ALSYMPCA-Studie) wurde Alpharadin versus Placebo bei 922 Prostatakarzinom-Patienten mit Knochen-metastasen untersucht. Einerseits konnten Knochenkomplikationen wie Schmerzen oder Brüche durch Alpharadin vermieden bzw. zeitlich deutlich verzögert werden. Andererseits war das mediane Gesamtüberleben um 3,6 Monate durch den Alphastrahler verbessert. Die Toxizitätsraten waren gering und entsprachen nahezu den Ergebnissen aus der Placebogruppe.  Mittlerweile konnten bereits über 30 Prostatakarzinom-Patienten am Klinikum rechts der Isar im Rahmen eines Härtefallprogramms mit Alpharadin therapiert werden.

Die Alpharadintherapie wird gemeinsam von der Urologischen Klinik und der Klinik für Nuklearmedizin am Klinikum rechts der Isar angeboten. Alle potentiell geeigneten Patienten werden im Rahmen einer interdisziplinären Sprechstunde von einem Urologen unserer Klinik gesehen. Dieser überprüft die Indikation und klärt den Patienten über die Therapie auf. Die eigentliche Behandlung findet in der Klinik für Nuklearmedizin statt. Die Verabreichung von Alpharadin erfolgt alle 4 Wochen ambulant. Insgesamt sind 6 Injektionstermine vorgesehen. Während der Behandlungsphase wird der Patient von der Urologischen Klinik mitbetreut, um das Therapieansprechen bzw. das Nebenwirkungs-profil überwachen zu können.

In den kommenden Monaten werden drei internationale Studien mit Alpharadin am Klinikum rechts der Isar initiiert. In einer dieser Studien wird die Gabe von Alpharadin in Kombination mit Abiraterone bei Patienten mit geringen Symptomen nach einer klassischen Hormontherapie überprüft. In den zwei anderen Studien wird der Effekt einer Alpharadin-Reinduktion sowie der Effekt einer veränderten Alpharadin-Dosierung ermittelt.

Bei Interesse an einer Alpharadintherapie können Termine in der interdisziplinären Sprechstunde unter 089/4140-7930 oder per Email bei Herrn Dr. Tauber (robert.tauber@tum.de) der Urologischen Klinik vereinbart werden.